der-schlunz.de
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16 Jun 2020

Harry bei Hope TV

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Am Dienstag, den 18. August um 20.15 Uhr kommt auf “Hope TV” (im Kabelfernsehen zu sehen) unter dem Talkformat “Nachgefragt” die Folge “Die Bibel erleben – Bibellesebund” mit Harry Voß als Talkgast. Moderator Marcel Wieland wird ihn über den Bibellesebund befragen.
Am 18.08. direkt ansehen HIER.

Oder später in der Mediathek, also HIER.

Damit ihr seht, wie viel Spaß wir bei der Erstellung hatten, hier ein kleiner Outtake:

10 Jun 2020

kibi-Onlinetreff: Jetzt wird’s schlunzig!

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Jetzt kehrt auch der Schlunz in den kibi-Onlinetreff ein. Wie kann Adelheid aus dem Kindergottesdienst behaupten, Gott sei da, obwohl man ihn nicht sieht? Wie kann man denn Gott kennen lernen, wenn man ihn nicht sieht? Wie ist Gott überhaupt?
Harry macht sich nicht nur mit dem Schlunz, sondern auch mit einigen Referenten aus der Arbeit mit Kindern auf die Suche nach Antworten. Guckstu HIER.

Schon seit März sind die Referentinnen und Referenten für die Arbeit mit Kindern beim Bibellesebund fleißig dabei, unterhaltsame Videoclips für Kinder zu produzieren, in denen sie ihnen erzählen, wie Gott ist und was er für uns tut. Wenn du selbst Kinder hast oder diese Videos an Kinder in deiner Kindergruppe (die gerade nicht stattfinden kann), Schulklasse, Kindergottesdienst weiterleiten willst, dann zeig ihnen hier, wie sie auch in den schulfreien Zeiten Gott kennen lernen können.

Viel Spaß beim Anschauen wünscht der Harry

25 Mai 2020

Woran merke ich, dass Gott mich liebt?

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Wenn ich als Kind knifflige Fragen über den christlichen Glauben gestellt habe, die man nicht mit einem Satz beantworten konnte, dann sagte man mir manchmal: „Das ist halt so.“ Solche Antworten habe ich gehasst. Denn damit fühlte ich mich abgefertigt und zur Seite geschoben. Ich habe mir geschworen: Wenn ich groß bin, mach ich das mal anders.

Hin und wieder haben sich Erwachsene wirklich Zeit genommen und haben mir genauer erklärt, wie sie die eine oder andere Sache verstehen. Dabei mussten sie manchmal zugeben, dass sie selbst auch nicht alles wussten. Das war für mich als Kind aber kein Problem. Im Gegenteil. Ich habe am Leben dieser Leute gesehen: Sie konnten Gott von Herzen vertrauen, auch wenn sie manches über Gott auch nicht kapiert haben. Diese Leute waren für mich echte Vorbilder.

Jetzt bin ich einer der Erwachsenen. Und immer noch stellen Kinder Fragen. Dieselben, die ich damals hatte. Darum ist es für mich eine Ehre, dass Kinder mit diesen Fragen auf mich zukommen und von mir eine Antwort erhoffen. Nicht nur meine eigenen, sondern auch Kinder in Gemeinden oder auf Freizeiten. Oder ganz fremde, die mir einen Brief oder eine E-Mail schreiben. Und es ist für mich selbstverständlich, dass ich mir dafür Zeit nehme und so antworte, wie ich selbst es als Kind gut gefunden hätte. Wenn ich keine Antwort habe, dann sag ich das auch. Und trotzdem kann ich versuchen, auf Spurensuche zu gehen.

Weil ich bereits als zehnjähriger Junge angefangen habe, selbst in der Bibel zu lesen und darin nach Aussagen über Gott für mein Leben zu suchen, ist die Bibel auch heute noch für mich eine wichtige Grundlage. Fragen nach Gott, Jesus, dem Heiligen Geist, dem Leben nach dem Tod und ähnliche kann ich nur mithilfe der Bibel beantworten.

69 Fragen, die mir Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren in den vergangenen Jahren gestellt haben, habe ich nun in einem Buch zusammengefasst mit dem Titel: “Woran merke ich, dass Gott mich liebt?” Es sind Fragen nach dem Anfang und dem Ende der Welt, nach Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, nach Gott und der Welt und wie man an einen Gott glauben kann, den man nicht sehen kann und der Gebete nicht immer erhört.

Obwohl ich die Kinder, die mir geschrieben haben, nicht kenne, nehme ich hinter ihren Fragen unglaublich viele Sehnsüchte, Ängste und Enttäuschungen wahr. Und es war mir ein Anliegen, neben dem Beantworten der Fragen auch auf diese Gefühle einzugehen. Die Antwortbriefe wollen Verständnis zeigen, Erklärungsmodelle anbieten, dabei aber nicht bloß eine einzige „richtige Auflösung“ liefern. Sie wollen mit den Kindern einen Weg des Abwägens, des Ringens, aber auch des Staunens und des Glaubens beschreiten. Die Leser sollen nicht mit einer „fertigen Antwort“ entlassen, sondern zum eigenen Nachdenken und Nachfragen angeregt werden und auch damit zu leben lernen, dass es nicht auf jede Frage eine zufriedenstellende Antwort gibt.

Ich hoffe, dies ist nicht bloß ein weiteres christliches Frage-und-Antwort-Buch. Ich möchte zusammen mit den jungen und alten Lesern eintauchen in die Welt der Kinder. Ich möchte auch bei den mitlesenden Eltern und Gemeindemitarbeitern dazu ermutigen, die Fragen der Kinder ernst zu nehmen und dabei immer wieder zu versuchen, das Unerklärliche zu erklären und das Unmögliche zu glauben.

“Woran merke ich, dass Gott mich liebt” erscheint im September beim Bibellesebund und SCM R.Brockaus.

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29 Apr 2020

KIBI-HITS die neue CD

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Darauf haben wir lange gewartet: Eine Kinder-CD mit neuen und zeitgemäßen Liedern, verständlichen Texten, mitreißenden Melodien, coolen Bewegungen und mutmachenden Inhalten. Diese Lieder haben wir bereits mit Kindern am Strand gesungen. Sie kommen ohne leere Worthülsen aus und ohne typische Insider-Sprache. Und trotzdem vermitteln sie, dass Gott da ist und mit den Kindern durchs Leben geht. Ich bin begeistert!

Daniel Warschun, ein langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Bibellesebund, hat diese CD produziert. Daniel Knöß, hauptamtlicher Mitarbeiter beim Bibellesebund, der für den kibi-Ferientreff an der Nordseeküste verantwortlich ist, hat ihn bei der Erstellung unterstützt und auch selbst Lieder geschrieben. Auf einer extra Internet-Plattform kannst du dazu Liedbewegungen lernen. Im dazugehörigen Notenheft findest du ebenfalls die Bewegungen aufgezeichnet. Also rundum alles, was man braucht, um mit Kindern mit den neuen Liedern abzutanzen.

Bestellen kannst du es HIER.

Schau selbst rein in den Trailer:

28 Apr 2020

Online-Seminar: Bibellesen mit Kindern

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Leider kann ich aktuell nicht zu euch in die Gemeinde kommen, um mit euch darüber zu reden, wie man mit Kindern in der Bibel lesen kann und zu einem offenen Austausch kommt, ohne dass ich als Erwachsener vorher festgelegt habe, was Gott den Kindern, bitteschön, durch die Bibel sagen kann.

Trauen wir Gott zu, dass er die Kinder auch ohne unsere gezielte Fernsteuerung, die “richtigen Fragen”, die “richtige Hinführung” ansprechen kann? Können die Kinder selbst Entdeckungen in der Bibel machen? Wir finden: Ja!

TD liest mit Kindern in der Bibel

In Video 1 findest du ein paar Grundlagen: eine Reihenfolge, in der du vorgehen kannst, und Schwierigkeiten, die hier und da auftreten können.

In Video 2 findest du Tipps, Methoden und Material, damit das Bibellesen zu einem kurzweiligen “Schatzgräberstündchen” werden kann.

In Video 3 zeigen wir (mit einem kleinen “Augenzwinkern”), wie du es NICHT machen solltest.

Ich danke ganz herzlich TD, der in den Videoszenen den manchmal gestressten Mitarbeiter gespielt hat, außerdem den Kindern aus der Sommerfreizeit in Plön 2014, die sich beim Bibellesen haben filmen lassen, und Yvonne fürs Filmen der Kinder-Bibellese-Szenen.

23 Apr 2020

25 Jahre BLB mit Harry

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Als ich im April 1995 meinen Dienst beim Bibellesebund antrat, waren einige der Kollegen, mit denen ich heute im Bereich Arbeit mit Kindern unterwegs bin, noch gar nicht geboren. Krass, krass.

Bewerbungsfoto von Klein-Harry 1995 (hier noch 25 Jahre alt)

Und wenn ich jetzt an die vielen Jahre denke, in denen ich hier aktiv sein durfte, dann wird mir erstens klar, wie alt ich bin. Aber zweitens bin ich unglaublich dankbar für die vielen Chancen, die ich hier bekommen habe. Immer wieder durfte ich mich austoben, neue Dinge ausprobieren, unzählige Menschen kennen lernen uns super viele gute Erfahrungen sammeln.

Danke an alle, die mich in der vergangenen Zeit begleitet, ermutigt und bereichert haben, Wegstrecken mitgegangen sind, Ideen von mir aufgegriffen haben, auf Freiteiten, am Strand, in Gemeinden mitgearbeitet haben und damit mit mir zusammen hier und da Stück für Stück Gottes Königreich ausgebreitet und Menschen zum Glauben an Jesus Christus eingeladen haben.

1999

Hier kurz ein paar Streiflichter und Highlights aus 25 Jahren BLB:
* 1995: Start. Erste eigene Kinderbibelwoche bereits im Mai: mit dem Kinderzelt in Bredenfelde (Mecklenburg Vorpommern)
* 1998: Ab Ausgabe 1/98 übernehme ich die Redaktion “Guter Start” und bin ab sofort nur noch 50 % im Reisedienst, da ich 1997 geheiratet habe und wir die Kombi Ehe und 100 % Reisedienst nicht so kompatibel fanden.
* 2000: Der alljährliche “Kindertag” Ende April mit 800 Kindern wird zum “Bibelactiontag” (Obergrenze: 400 Kinder), der bald darauf an zwei Tagen stattfindet, um alle angemeldeten Kinder annehmen zu können.
* 2007: Pünktlich zum 60. Geburtstag des Bibellesebundes erscheit der erste Band “Der Schlunz” und damit beginnt für mich eine ganz neue Ära.
* 2010: Nach den Hörspielaufnahmen beginnen jetzt die Dreharbeiten für 5 Folgen “Der Schlunz – die Serie”. Ein Jahr später werden 5 weitere Folgen gedreht.
* 2012: Riesiger Schlunz-Abenteuertag in Elspe mit allen Film- und Hörspiel-Darstellern, sowie 4.000 Besuchern
* 2014: Bei “Schlafschaf TV” darf ich mich als erzählender Koch und als Bibel-Professor austoben.
* 2017: “Der Schrecken von Wittenburg”, ein Handpuppentheater zusammen mit meiner Tochter Elisa, wird uraufgeführt.
* 2018: Iris und ich gestalten unseren ersten gemeinsamen Theaterabend, mit dem wir auch in Gemeinden eingeladen werden.
* 2019: Neuer Aufgabenschwerpunkt als Teamleiter für den Bereich Arbeit mit Kindern.

Aufzählen könnte ich auch noch verschiedene verrückte Projekte im Kinderteam, bei denen wir christliche Kabarett-Abende aufgeführt, Musicals persifliert oder das komplette Freizeitzentrum in eine Höhle verwandelt haben. Außerdem die Handpuppenserie “Freddy Zwiebel liest Bibel” zusammen mit Bibel-TV, diverse Arbeitsmappen, Zauber-Aktionen, “Ben und Lasse” und zwei Jugendbücher, eine eigene Version von “Zimmer frei”, 25 unglaublich schöne und anstrengende Sommerfreizeiten in Plön, witzige Kibi-Ferientreff-Einsätze mit tollen Mitarbeitern und überhaupt immer wieder großartiges Staunen über die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich Jahr für Jahr mit riesigem Engagement und Motivation mit uns auf den Weg machen, um Kindern die Gute Nachricht von Jesus zu bringen.

Also vielen Dank noch mal an euch alle, die ich in 25 Jahren getroffen habe – und sei es nur als Leser oder Zuschauer. Es ist grandios, beim Bibellesebund arbeiten zu dürfen mit einem kreativen und motivierten Team. Danke auch an euch und für das Vertrauen, das ihr immer wieder in mich gesetzt habt. Ich bin sehr dankbar, mich hier einbringen zu dürfen. Gerne auch die nächsten Jahre!

Und wer bis jetzt noch nicht bei uns mitgemacht hat: Es ist nie zu spät. Denn wir sind (von Corona mal abgesehen) immer noch unterwegs zu den Kindern und Jugendlichen, um ihnen von der Hoffnung zu erzählen, die auch unser Leben geprägt hat. Meldet euch gerne!

Und hier noch ein kleiner Video-Einblick in eine Zeit voller toller Erlebnisse:


20 Apr 2020

kibi Online aus Gummersbach

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Nachdem bereits drei Folgen von “kibi Online” mit Conni aus Bonn und eine “kibi Online” Folge mit Debbie aus Kierspe auf der BLB-othek erschienen sind, ist seit heute die dritte Folge “kibi Online” – “Mein bester Freund und ich” hochgeladen worden.

HIER kannst du diese Folge direkt ansehen. Du siehst, wie drei Kinderkandidaten per Skype mit mir Quizfragen beantworten und über eine biblische Geschichte austauschen. Und du selbst kannst deine Gedanken zur Geschichte in die Kommentarfunktion schreiben. So kann auch online ein Mini-Kinder-Bibelkreis entstehen.

Petrus und Judas vor der Waschschüssel. Hätte einer von ihnen Jesus die Füße waschen sollen?

Wir freuen uns sehr über die bisher guten Rückmeldungen zu den Videoclips.
Übrigens kannst du dir nicht nur den kompletten kibi-online-Treff im Internet anschauen. Du kannst die erzählte biblische Geschichte (in diesem Fall von der Fußwaschung) auch runterladen und in eigene Präsentationen einbauen. Außerdem kannst du einen Bastelbogen für einen Zaubertrick runterladen, mit dem du einen Teil der Geschichte in deiner Familie nacherzählen kannst.

02 Apr 2020

Kibi Online: Wir kommen in euer Wohnzimmer!

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“Wie geht es dir und euch in Zeiten von Corona?”, werde ich in der letzten Zeit immer wieder gefragt. Und: “Habt ihr vom Bibellesebund nichts, was wir unseren Kindern und Familien anbieten können, damit sie in ihrer Zeit des unfreiwilligen Home-Office bzw. Home-Schooling auch so eine Art Kindertreff, Kindergottesdienst oder ähnliches erleben können?”

Also zunächst einmal: Wir sind (bis jetzt) alle gesund. Dass wir überwiegend in den eigenen vier Wänden unsere Arbeit verrichten und nicht in die Gemeinden fahren und dort mit Kindern singen, spielen und Gott erleben können, ist schon doof. Aber das geht im Moment ja allen so. Leider mussten auch wir unsere Osterfreizeiten streichen, ebenso den Bibelactiontag, der Ende April stattgefunden hätte. Und was die Einsätze im Sommer angeht, da müssen wir wie alle anderen von Woche zu Woche schauen, wie sich die Lage entwickelt.

Andererseits sind auch wir kreativ geworden und haben Material für Kinder und Familien zusammengestellt, das man sich zu Hause anschauen, anhören, ausdrucken kann. Und das geht so:

Auf unserer BLB-Homepage gibt es eine Rubrik “Die BLB-othek”. Das ist eine Mediathek, in der es Angebote für Kinder, Angebote für Erwachsene und jede Menge kostenloser Downloads gibt, zum Beispiel unsere Hörbücher.

In der BLB-othek für Kinder ist bis jetzt neben einem Mini-Schlunzfim eine Ansammlung von Tipps aufgelistet, wie ihr als Familie die Schlunzbücher in Fortsetzungen lesen oder erzählen könnt und dann mit Spielen und Fragen über das eine oder andere ins Gespräch kommen könnt. Außerdem wird jede Woche eine Folge der Puppenkiste “Freddy Zwiebel liest Bibel” hochgeladen. Das ist ein Format, das wir 2009 mal zusammen mit Bibel-TV produziert haben, das aber für die Jüngeren immer noch ganz witzig ist.

Zusätzlich werden einige von uns Kinderreferenten im Home-Office Videos mit erzählten biblischen Geschichten oder auch mit kleinen Kindertreffs produzieren und hochladen. Diese Sendungen nennen wir “Kibi Online”. Es lohnt sich also, immer mal wieder rein zu schauen.

Und für die, die meinen Videokanal noch nicht kennen, hier noch zwei Videos, in denen sich Harry gleich vierfach zum Hauskreis und zum Knödelessen getroffen hat. Facebook-User kennen es schon. Nun also auch hier zum Mitfreuen. Viel Spaß mit der BLB-othek und weiteren Videos auf Harrys Youtube-Kanal!

27 Feb 2020

Endlich mal begeistert fasten!

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Jahrelang hab ich “sieben Wochen ohne” durchgezogen und dabei wahlweise auf Süßigkeiten, Alkohol, Fernsehen oder ähnliches verzichtet. Manchmal hab ich dabei allerdings den Sinn in dem, was ich da tue, ein bisschen hinterfragt. Wem will ich hier was beweisen? Warum soll ich sieben Wochen auf Süßigkeiten verzichten, wenn ich am Ostersonntag wieder all das Zuckerzeug fresse, das mir der Osterhase ins Nest gelegt hat?

Viele nutzen das Fasten zwischen dem närrischen Treiben an Karneval und dem Osterfest ja zum Abnehmen. Der Winterspeck muss weg. Darum ist der Begriff “Fasten” landläufig ja fast zum Synonym für “Diät machen” geworden. Schade eigentlich.

Traditionell sollte das Fasten ja mal eine geistliche Einstimmung sein, in der man sich durch Verzicht (früher von Fleisch und Fressgelage) mehr aufs Gebet konzentrieren konnte. Dadurch sollte der Blick für geistliche Anliegen geschärft werden, in diesem Fall auf die Passion Christi und was er für uns getan hat. Aber Hand aufs Herz: Wer betet in der Fastenzeit mehr? Okay – es gibt in manchen Kirchengemeinden die “Passions-Andachten”, in denen man sich verstärkt mit der Leidensgeschichte von Jesus beschäftigt. Aber entspricht das dem, was die ersten Christen unter Fasten verstanden?

Wenn ich in die Bibel schaue, dann gibt es im Judentum natürlich klare Fastenzeiten. Und auch Jesus hat gefastet (zum Beispiel 40 Tage in der Wüste), und das sicher nicht nur zum Abnehmen. Die Jünger von Jesus haben in der Zeit, in der sie gemeinsam unterwegs waren nicht gefastet (zum Erstaunen der Jünger von Johannes dem Täufer). Trotzdem hat Jesus in seinen Reden das Fasten nicht für überholt erklärt. Einzig die Art, wie man fastet, hat er ein bisschen zurecht gerückt: keine Leidensmiene, keine Heuchelei, kein “Ach-schaut-mal-wie-schlecht-es-mir-geht-weil-ich-gerade-faste-ich-bin-ein-Leidensheld”-Getue. Einmal sagt Jesus sogar über eine bestimmte Art von Dämonenaustreibung, sie ließe sich nur durch “fasten und beten” austreiben. Sehr geheimnisvoll. Fasten als eine Art Gebets-Aufwerter? Hm. Paulus und Barnabas jedenfalls haben die Berufung zu ihrer ersten Missionsreise erhalten, nachdem sie mit der Gemeinde bewusst eine Weile gefastet haben. Fasten ist also auch im Neuen Testament noch durchaus üblich.

Ich höre von Leuten, die einfach mal ein paar Tage oder Wochen gar nichts essen. Nur Wasser trinken. Sie wollen in einer bestimmten Lebenssituation eine bestimmte Antwort erhalten. Sie sagen, das Fasten wäre so eine Art innere Reinigung. Der Kopf würde klarer, die innere Bereitschaft Gott zu hören größer. Vor ein paar Jahren habe ich das auch mal ausprobiert. Aber außer “Ich hab Hunger! Warum mach ich Blödmann das?” habe ich keine innere Stimme gehört.
Bin ich einfach zu doof zum Fasten? Zu ungeistlich? Klar, man kann Gott nicht “erzwingen”. Ich kann mir Gott durch Fasten oder andere religiöse Praktiken nicht verfügbar machen. Aber wie kann ich die Zeit, die vom Kirchenjahr ja nun wunderbar dafür vorgegeben ist, nutzen, um tatsächlich sinnvoll zu fasten und dabei auch hörbereit zu sein für neue Inputs von Gott direkt in mein Herz ?

In diesem Jahr mach ich das so:
Ich hab eine Gruppe gegründet von etwa 25 Personen, die sich auf folgene Challenge eingelassen haben:
1. Fasten heißt bewusste Ernährung
Wir wollen bis Ostern die Basics der gesunden Ernährung einhalten: keine Süßigkeiten, keine künstlich gesüßten Getränke wie Limo oder Cola, kein Alkohol, mehr Wasser, weniger Wurst usw. Das ist dann nicht nur “Boah, ich verzichte auf Nutellabrote”, sondern gleich eine Blickveränderung auf die Lebensmittel, die ich so bedenkenlos in mich reinschaufle.
2. Fasten heißt bewusster Umgang mit dem Körper
Wir wollen bis Ostern gut mit dem Körper umgehen (der ja biblisch gesehen der “Tempel des Heiligen Geistes” ist). Mehr laufen als fahren, mehr stehen als sitzen, mehr Treppen als Fahrstuhl, morgens ein paar einfache Kniebeugen oder andere Fitness-Übungen, die keinen Bodybuilder aus uns machen, aber trotzdem helfen, fit und beweglich zu bleiben.
3. Fasten heißt bewusstes Bibellesen
Wir wollen bis Ostern jeden Tag ein Kapitel in der Bibel lesen. Passionstexte, Psalmen, Brieftexte usw. nach einem eigenen Textplan, den alle in der Runde erhalten haben. Und wir wollen darüber in Austausch kommen. Online.
Unterstützt werden wir dabei von Fitness-Coach Benedikt Ziesemann.

Ich bin so gespannt, was das in den nächsten 46 Tagen mit mir, mit uns macht. Zum ersten Mal seit langem freue ich mich auf die Fastenzeit. Weil es nicht nur Verzicht ist, sondern bewusster Umgang mit Leib, Seele, Geist. Und weil es in Gemeinschaft passiert. Mal sehen, ob ich in 10 oder 20 Tagen immer noch so begeistert bin. Bis jetzt bin ich’s. Ich were mich melden. 🙂

So, und jetzt seid ihr dran: Schreibt in die Kommentare, welche Erfahrungen ihr bisher mit Fasten gemacht habt. Neue Erkenntnisse gewonnen? Krank geworden? Unterwegs aufgegeben? Ermutigungen für mich und die anderen Fastenträger?

19 Dez 2019

Jesus in der Fußgängerzone

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19. Dezember. Eigentlich wollte ich nur schnell zusammen mit meiner Tochter in der Stadt etwas abholen. Erst mal hab ich natürlich keinen Parkplatz gefunden. Ich bin wohl nicht der einzige, der kurz vor Heiligabend in der Stadt was besorgen will.

Wir hetzen durch die Fußgängerzone. Mitten drin steht ein Paketauto. Den dunkelhäutigen Paketboten, der gerade aus einem Laden kommt, erkenne ich wieder. Es ist der, der trotz Stress immer gut gelaunt ist, immer lacht, immer einen lockeren Spruch drauf hat. Tatsächlich erkennt er auch mich im Vorbeigehen, lacht, strahlt, gibt mir die Hand, fragt: “Wie geht’s?”, und hält fröhlich den Daumen hoch, nachdem ich ihm sage, dass es mir gut geht.

Als ich weitergehe, fühle ich mich weniger gehetzt. Eher beschwingt. Aufgeheitert durch einen Menschen, der trotz Pakete-Vorweihnachtsstress den einzelnen sieht, wahrnimmt, grüßt und durch ein einfaches “Daumen hoch” ermutigt. Hätte ich einen Weihnachtsgruß, wenigstens eine Schokokugel oder ähnnliches, in der Jackentasche gehabt, hätte ich ihm für diese nette Geste danken und ihm etwas zurückschenken können. Hab ich aber nicht.

Kurz entschlossen steuere ich einen Laden an, um ein kleines Päckchen mit weihnachtlichem Gebäck zu kaufen. Ich nehme mir vor, es ihm gleich anschließend zu schenken. Vor dem Laden treffe ich eine gute Bekannte, die ich länger nicht gesehen habe. Familienmama und ein gutes Stück jünger als ich. Sie trägt eine Mütze auf dem kahlen Kopf, ihre Haut wirkt krank und ausgemergelt. “Mir geht es gut”, erzählt sie. “Nach der Krebsdiagnose im Juni hat die Welt für uns als Familie einen Augenblick still gestanden. Jetzt habe ich Chemo und OP hinter mir. Und mit viel Gottvertrauen haben wir die Zeit gut überstanden.” Ihr Mann ist mit den Kindern zu einer Vater-Kind-Kur nach Langeoog aufgebrochen. Er kann dort zur Ruhe kommen, sie hier. In den nächsten Tagen wird sie auch nach Langeoog fahren, dann werden sie die Heiligen Tage dort verbringen. “Ich hab noch nie so entpannte Weihnachten gehabt”, beschreibt sie ihre Lage. “Wenn man so von außen ausgebremst wird, muss man sich automatisch auf das Wesentliche beschränken. Und das tut gut.” Und was kann ich, der ich nicht durch so ein Schicksal ausgebremst wurde, davon lernen, damit ich auch ohne Krankheit entspannte Weihnachten haben kann? “Keine Ahnung”, sagt sie. “In den Jahren zuvor hab ich es ja auch nicht hinbekommen.” Für diese Familie bekommt das diesjährige Weihnachtsfest auf jeden Fall noch mal eine ganz besondere Bedeutung, die von Leben, Freude und Dankbarkeit bestimmt ist.

Schon wieder bin ich tief berührt. Ich kaufe die Weihnachtskekse und suche das Paketauto in der Fußgängerzone. Das ist inzwischen natürlich verschwunden. Schade.

Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel, als wir zum Auto kommen. Es sind fast 15 Grad. Beinahe könnte man kurzärmelig die Weihnachtseinkäufe erledigen! Während wir einsteigen, sehe ich einen jungen Mann zwischen zwanzig und dreißig Jahren, vermutlich ein Student, mit geschlossenen Augen auf der Steintreppe vor einem Haus sitzen. Er lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Lange Haare, Bärtchen, genussvolles Sonnengenießen. Wieder ein anrührendes Bild mitten im Vorweihnachtstrubel. Eigentlich sollten wir uns zu ihm auf die Treppe setzen und ebenfalls die Sonne genießen. Einen Augenblick Zeit haben. Wir haben aber keine Zeit und fahren los. “Der sieht aus wie Jesus”, bemerkt meine Tochter, als wir an ihm vorbei fahren. Das stimmt! Nur nicht im biblischen Gewand! Ich muss lachen.

Plötzlich überfällt uns ein Gedanke: Wo wäre Jesus in all diesem Stress, dem man sich an den Tagen vor Weihnachten so aussetzt? Würde Jesus nicht wirklich in der Sonne sitzen und einfach genießen, wie wunderbar Gott die Sonne gemacht hat? Ich hätte mich also doch zum ihm setzen sollen! Ich hätte meine frisch gekauften Kekse mit ihm teilen und mich dabei “aufs Wesentliche” konzentrieren sollen. Jetzt bin ich vorbei gefahren. Hätte, hätte, Christbaumkette!

Zu Hause steige ich aus dem Auto und gehe nicht gleich ins Haus, sondern genieße ein paar Minuten die Wintersonne. Ist mir heute am Ende sogar dreimal Jesus begegnet? Zum Einen in dem Paketboten, der mich sieht, wahrnimmt, grüßt und mich fragt, wie es mir geht, ohne dafür ein Dankeschön zu empfangen? Zum Zweiten in der krebskranken Mama, die trotz Sturm dankbar und gelassen ist und damit zum Vorbild für Gottvertrauen wird? Und zum Dritten in dem Studenten, der einfach da sitzt, Zeit hat und genießt? Dreimal Anti-Stress-Gesten. Dreimal Grüße aus dem Himmel. Ich fühle mich beschenkt. Und habe doch selbst nichts verschenkt. Die Kekse liegen noch hier auf dem Tisch. Ha! Ich wette, die kommen noch zu ihrem Einsatz.

Frohe, besinnliche restliche Adventszeit wünsche ich! 🙂