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Entdeckungen zwischen Billy, Ivar und Köttbullar

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Neulich war ich mal wieder bei IKEA. Wenn man sich hier nicht genau an den ausgewiesenen Weg durch die Abteilungen hält, kann es schon mal passieren, dass man sich irgendwo zwischen Betten und Regalen wiederfindet und nicht mehr weiß, wo in diesem Möbel-Dschungel vorne und hinten ist. Darum bleibe ich immer ganz brav auf den Wegen, die ja glücklicherweise mit dicken Pfeilen ausgewiesen sind. Bei meinem letzten IKEA-Besuch stellte ich fest, dass die Pfeile auf dem Boden nicht mehr wie früher durch große Aufkleber markiert sind, sondern als Leuchtpfeile, die von Lampen an der Decke auf den Boden gestrahlt werden. Das kann schon mal zur Folge haben, dass ich einen Pfeil nicht sehe, weil ich selbst gerade drauf stehe und dadurch dem Richtungspfeil quasi selbst im Weg stehe. Andererseits kann kein theoretischer böser Kundenhasser einen Pfeil abknibbeln und ihn eigenmächtig verdrehen, um brave Kunden bewusst in die Irre zu führen.

Während ich mich über diese Neuerung amüsiere, kommt mir sogleich eine symbolische Deutung ins christlich geschulte Hirn: IKEA allein weiß den Weg durch den Dschungel. Und die Richtungsweisung liegt nicht veränderbar auf dem Boden, sondern kommt alle paar Meter als „Licht von oben“. Und zwar über jede eigenmächtige Deutung erhaben. Natürlich kann sich jeder dazu entscheiden, diesem Weg zu folgen oder nicht. Manche meinen ja auch, ohne Pfeile durch den Irrgarten zu kommen. Aber wer sich gut geführt leiten lassen will, braucht sich nur nach dem Licht zu richten. „Deine Pfeile sind meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg“, könnte man IKEA zurufen. Und wenn du mal den Pfeil nicht erkennst, könnte es durchaus sein, dass zwischen der Bodenmarkierung und dem Licht etwas im Weg steht – nämlich du selbst, indem du dem Pfeil im Licht stehst und damit die Richtungsweisung buchstäblich in den Schatten stellst.

Und noch was Cooles hab ich daraus entdeckt: Wenn ich mich an der richtigen Stelle auf den Boden lege, werde ich vom „Licht von oben“ bescheint und werde somit selbst zum Richtungsweiser. Jetzt können die Kunden auf mich schauen und sehen an mir den Pfeil von oben. Und zwar in die richtige Richtung, egal wie ich mich drehe. „Schein auf mich, und die IKEA-Welt sieht dich“, könnte ich dem Licht zurufen. Zugegeben: Einige Kunden waren etwas irritiert, mich mit einem Pfeil auf dem Bauch auf dem Boden liegen zu sehen und in die angezeigte Richtung zu deuten. Aber – hey, in wie vielen Fällen werde ich auch sonst schräg angeschaut, wenn ich Leuten von dem „Licht von oben“ erzähle, das mich bescheint und das ich weitergeben möchte. Und dennoch: Egal wie bekloppt ich da liege – das Licht scheint völlig unabhängig von mir in die richtige Richtung.

Wie im richtigen Leben eben. Auch außerhalb von Schwedenhausen.

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2 Antworten auf “Entdeckungen zwischen Billy, Ivar und Köttbullar”

  1. Oliver schreibt:

    Was sagen denn da deine Mitreisenden dazu, wenn du dich einfach im Ikea so auf den Boden legst? 😉

  2. Harry schreibt:

    In diesem Fall war nur meine Frau mit mir dort (bzw ich mit ihr). Und die weiß, dass sie jederzeit mit einer Aktion dieser Art rechnen muss, wenn sie mit mir unterwegs ist … :-)

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