Schlunz 4 in der ersten Version

Es ist Donnerstag Abend, acht Uhr. Schon seit viel zu langer Zeit sitze ich an dem Manuskript (also der Version der Geschichte, die einfach so erst mal aufm Computer in WORD geschrieben wird) von Schlunz 4. Und ich bin noch nicht fertig. Ich hoffe aber, dass ich heute noch in die Zielgerade einbiegen kann. Das meiste hab ich schon erzählt. Jetzt kommt noch der Höhepunkt und danach der Show-Down mit dem Rächer und dann müsste es so weit fertig sein.

Dann muss ich allerdings noch mal von vorne alles durchgehen, denn ich seh jetzt schon, dass ich viel zu viel geschrieben habe. Das ist dann gar nicht so einfach zu entscheiden, was ich dann wieder streiche, obwohl es mir eigentlich gefallen hat.

Okay, manches hat mir selbst nicht gefallen, das streich ich als erstes. Das erste Kapitel gefällt mir auch noch nicht, das dauert mir noch viel zu lange, bis die Geschichte endlich in Gang kommt. Manches ist auch zu lang erzählt, das kürze ich ein bisschen zusammen. Und dann hoffe ich, dass es reicht.

Mann o Mann, das ist mir diesmal echt schwer gefallen. Ich bin echt mal auf eure Reaktionen gespannt, wenn es denn im Herbst rauskommt.

So, aber jetzt muss ich weiterschreiben. Es ist in meiner Geschichte jetzt Sonntag Morgen und das Gemeindefest beginnt. Ein Gemeindefest, das eigentlich ganz harmlos werden sollte, das aber mehr und mehr vom Schlunz umgestrickt wurde. Und jetzt zittern alle, was der SChlunz daraus wohl gemacht hat.

Und ich zitter auch. Okay. Und jetzt tauch ich wieder ab in die Geschichte.

Erste Leseprobe aus Schlunz 4

So, ihr Lieben. Für die, die es gar nicht mehr abwarten können, hier schon mal eine kleine Leseprobe vom nächsten Schlunzband (erscheint im September, Titel: Der Schlunz und der Rächer in der Nacht):

Schlunz klopfte an Neles Zimmer und trat ein. Nele erschrak, denn sie war gerade dabei, sich ein viel zu enges Prinzessinnenkleid anzuziehen. Gerade in dem Augenblick, als Schlunz eintrat, krachte der Reißverschluss an der Rückseite.

„Mensch, kannst du nicht anklopfen?“, schimpfte sie.

„Hab ich doch“, sagte Schlunz mit unschuldigem Gesicht.

„Und? Hab ich Herein gesagt?“

„Nein, aber das kannst du ja jetzt noch.“

„Kann ich nicht“, sagte Nele gequetscht, „weil ich gerade dabei bin, mein altes Kostüm anzuprobieren.“ Sie versuchte weiter, das Kleid am unteren Rand zu packen und nach unten zu ziehen, aber jetzt platzte eine Naht unter dem Arm auf. „In zwei Wochen hab ich doch Geburtstag“, redete sie weiter und zog dabei umständlich an ihrem Kleidchen, „und das soll ein Prinzessinnenfest werden. Alle sollen sich als Prinzessinnen verkleiden und dann machen wir Spiele wie auf einem richtigen Schloss!“

„Ich will mich aber nicht als Prinzessin verkleiden“, schoss es sofort aus Lukas heraus.

„Du natürlich nicht“, sagte Nele. „Ihr Jungs verkleidet euch als Ritter oder als Prinzen. Ist doch klar!“

„Ich will mich aber überhaupt nicht verkleiden“, maulte Lukas weiter.

„Na klar willst du das“, sagte Nele. „Letztes Jahr auf meinem Schmetterlingsfest hast du dich doch auch verkleidet!“

„Ja“, erinnerte sich Lukas dunkel, „ich hab mir einen Kartoffelsack um den Bauch gebunden und gesagt, ich bin eine Raupe.“

Nele grinste und klimperte mit den Augen. „Genau. Und das sah doch schön aus!“

„Aber dein Prinzessinnenkleid ist wohl ein kleines bisschen zu eng“, sagte Schlunz und legte ein spöttisches Grinsen auf.

„Ich weiß“, sagte Nele, „eigentlich hab ich es bekommen, als ich noch im Kindergarten war. Aber vor zwei Jahren, als ich noch im ersten Schuljahr war, hat es noch gepasst.“ Sie bückte sich, um ihr Kleid vorne noch ein bisschen nach unten zu ziehen. Im selben Augenblick sprang hinten im Nacken ein silberner Knopf ab und knallte gegen die Lampe an der Zimmerdecke. „Na gut“, sagte sie, „ich zieh es wieder aus.“ Sie richtete sich auf und sah die Jungen streng an. „Aber dazu müsst ihr raus gehen!“